

Das Jagdrevier Bohlsbach liegt seit dem 1. April 2016 in weiblichen Händen. Jana Kiefer kümmert sich seither um das Revier.
Jägerinnen an sich dürften schon selten genug sein. Jana Kiefer legt aber noch eine Schippe drauf: Seit dem 1. April 2016 betreut sie das 430 Hektar große Jagdrevier Bohlsbach, das sie und ihr Vater Hubert gepachtet haben.
»Es stimmt schon. Ich bin überall die einzige Frau«, lacht sie. Doch das war bislang kein Problem. Vor allem nicht für sie selbst. Die Jägerin die in Durbach wohnt, ist mit der Jagd groß geworden. »Die ganze Familie jagt«, erzählt sie. »Ich war schon als Baby dabei.«
Dass sie irgendwann nicht einfach nur mitgehen wollte, ist da nachvollziehbar. Mit 16 Jahren hat sie dann den Jagdschein gemacht. »Eigentlich hätte ich das gerne schon früher gemacht, doch das ging vom Alter her nicht«, erklärt sie.
Die Urkunde, die letztendlich zur Ausübung der Jagd berechtigt, hat es in sich: Sie wird nicht umsonst »grünes Abitur« genannt. Dafür müssen eine Schießprüfung sowie ein schriftlicher und ein mündlich-praktischer Teil abgelegt werden. Rechtliche Fragen, Biologie, Wildhege, Tier- und Naturschutz werden dabei abgefragt. Das alles hat Jana Kiefer nicht abgeschreckt.
Morgens auf dem Hochsitz
Zu groß ist die Leidenschaft für das Jagen. Was sie daran so reizvoll findet? Zum einen das Naturerlebnis. Früh morgens auf dem Hochsitz zu beobachten, wie die Natur erwacht, das ist ein einmaliges Erlebnis, schwärmt sie. Dazu noch einen Beitrag zum Naturschutz zu leisten, mache den Reiz aus.
Dass die Meinungen zu dieser Tätigkeit nicht alle positiv sind, ist ihr bewusst. »Es gibt da auch viele Vorurteile«, sind ihre Erfahrungen. Dann erklärt sie, was es damit auf sich hat, dass die Jagd viel mehr ist, als Tiere zu schießen. Der Jäger hegt das Wild, beobachtet dessen Stand, legt Jagdeinrichtungen an und pflegt Biotope. Auch erlöst er Tiere nach einem Unfall oder bei Krankheit von ihrem Leiden, um nur einige Aufgaben zu nennen.
Wenn sie das erklärt, stößt sie meist auf Verständnis und Respekt. Die Auseinandersetzung scheut sie dabei nicht. »Meine beste Freundin ist Veganerin, da kommt es schon mal zu heißen Diskussionen«, erzählt sie.