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Bohlsbach "Im Wandel der Geschichte"
Von Victor Schreiner

 

Bohlsbach hat eine lange und traditionsreiche Geschichte. Über die Gründung weiß man nichts Sicheres. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 961. In dieser Urkunde schenkt Bischof Uto III an die Straßburger Kirche verschiedene Güter mit allem Zubehör. Darunter befand sich auch ein Gut in Badelsbach. Diese Urkunde befindet sich in Straßburg, in den archives départementales du Bas-Rhin. Im Jahre 2011 feierten wir 1050 Jahre Bohlsbach.In einer weiteren Urkunde aus dem Jahre 973 bestätigt Kaiser Otto II dem Kloster Peterlingen in der Schweiz eine von Herzog Rudolf geschenkte Hufe in villa badelesbah. Diese Urkunde befindet sich im Staatsarchiv Lausanne. Unser Dorf war als Teil der „Landvogtei Ortenau“ Eigentum des deutschen Kaisers. Dieser hatte aus Geldmangel fast immer alles an wechselnde Herren verpfändet oder als zeitlich beschränktes Lehen vergeben. Erwerber waren u.a. der Bischof von Straßburg, die Markgrafen von Baden, die Fürstenberger. Grundeigentümer in Bohlsbach waren zunächst vorrangig Adlige bzw.Klöster der Gegend, die Bauernhöfe von Pächtern bewirtschaften ließen. Im Lauf der Zeit konnten sich manche der Pächter freikaufen und den Hof als Eigentum führen. Unser Ortsname entwickelte sich mit dem Sprachgebrauch. Vor etwa 220 Jahren wurde die heutige Schreibweise gebräuchlich. Die Kriege früherer Zeiten brachten regelmäßig Not und Elend ins Dorf, lag man doch recht ungünstig im direkten Umfeld von Heerstraßen und der freien Reichsstadt Offenburg und so legte mancher Feldherr seine blutige Spur durchs Dorf und hinterließ eine ohnmächtige und ausgeraubte Bevölkerung.

 

Blick vom Mittelplatz nach Osten in die Wackerstraße. Postkarte um 1900.

Mit der Neuordnung der politischen Landschaft durch Napoleon wurde Bohlsbach badisch.

Bohlsbach ist Geburtsort des am 1. August 1779 geborenen Lorenz Oken. Er war ein berühmter Naturforscher und Naturphilosoph und wurde schließlich Gründungsrektor der Universität Zürich. Weiterhin ist am 5. November 1845 in Bohlsbach der Pfarrer und Führer der badischen Zentrumspartei, Theodor Wacker, geboren. Er war gefürchtet von seinen Gegnern, was ihm den Beinamen „Löwe von Zähringen“ einbrachte. Martin Siebert, Ratschreiber in Bohlsbach schrieb im Jahre 1903 eine Ortschronik mit dem Titel „Bohlsbach Geschichte eines Dorfes in der Ortenau“. Im 19. Jahrhundert veränderte sich unser Dorf – aus dem Bauerndorf wurde ein Wohnort der Arbeiter und der Beschäftigten im Dienstleistungssektor. Dabei spielte die Eisenbahn eine wichtige Rolle. Das bäuerliche Leben reduzierte sich bis heute auf drei Vollerwerbsbetriebe und einige Nebenerwerbslandwirte.
Die stärksten Veränderungen ergaben sich nach dem zweiten Weltkrieg. Bohlsbach nahm einen enormen Aufschwung. Der Ausbau der Infrastruktur nach dem Krieg revolutionierte geradezu die bisherigen Lebensgewohnheiten. Kindergarten, Schule und Freizeitanlage, neue Wohngebiete, Straßen und Kanalisationsausbau bestimmten die kommunalpolitische Aufbauarbeit. 1975 veränderte sich der Status unseres Dorfes. Aus der selbstständigen Gemeinde wurde ein Ortsteil Offenburgs.